| Auf
dieser Seite könnt ihr bald nachlesen, wo ich schon so
im Urlaub war, welche lustigen Erlebnisse es gab und
natürlich einige Fotos bewundern...
Im September 2006
waren wir auf Rügen im Leuchtturm.

Zuerst
einmal einen Bericht über meinen Frankreichurlaub 1999
zusammen mit Oliver König. Viel Spaß!!!
D-Day
Frankreich
pur-
Olli und Mättes on Tour
Teil
1)
Fakten, Fakten,
Fakten
Das Auto:
ID 19 B, Bj. 1970, 78 PS
Der Wohnanhänger:
Fathi, Bj. 1963
Die Personen: Oliver, Bj. 1968
Matthias, Bj. 1966
Zeitraum:
21.08.-11.09.1999
Gesamtkilometer:
5391 km
Verbrauch:
633,81 Liter
Durchschnitt:
11,76 Liter auf 100 km
Tankkosten:
1.234,19 DM
Autobahngebühren:
320.- DM
Pannen:
0
Wer
will nicht einmal das Land genauer kennenlernen, wo
unsere wunderschönen Deésse gebaut wurden? Wer von uns
mag nicht die französische Lebenseinstellung, das
savorie vievere? Und wer wollte von uns nicht schon
immer mit seiner Göttin einmal durch Frankreich fahren
und das Land mit allen Sinnen genießen?
Genau
das wollten wir und wir taten es auch! Nach typisch lässiger
französischer Reisevorbereitung („Hast Du die Karten
gekauft?“ „Nein, ich dachte Du!“), ging es nach
einem ausgiebigen Frühstück an einem wunderschönen
Tag im August vollgetankt mit unserem Gespann in
Niederkassel bei Köln los.
Schon
nach wenigen Minuten rannte ein gut gekleideten Herr älteren
Semesters wild gestikulierend quer über eine belebte
Ampelkreuzung auf uns zu: „So ein schönes Gespann. Da
sollten wir ja drauf aufpassen. Wohin es denn ginge?
Gute Reise...“. Mit den guten Wünschen im Gepäck
fuhr es sich gleich doppelt so gut und bei Grün wir ließen
den Mann mitten im fließenden Verkehr stehen.
Schon
um 14:30 Uhr hatte wir Belgien durchfahren und
passierten die französische Grenze. Jetzt konnte uns
nichts mehr aufhalten. Plötzlich war die
Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h auf 130 km/h
erweitert worden. Wir gaben richtig Gas, bis die Ventile
klapperten und der Wohnwagen lustig hin und her wippte.
Spätestens
ab hier begann eine Begrüßungsorgie ohne Ende. Fast
jeder winkte uns zu und wir schworen uns, beim nächsten
Urlaub Papphände mitzunehmen, die man mit einem
Saugnapf ans Fenster kleben kann und die dann
automatisch immer zurück winken. Vielleicht wollte man
uns aber auch nur zu verstehen geben, nicht so
unglaublich abzumeißeln.
Unser
erstes Ziel war die Normandie. Nach knapp 600 km liefen
wir auf dem Campingplatz „Le Marqueval sur mer“ bei
Pour Ville sur mer auf. Jetzt machte sich Olivers Französischkurs
bei der VHS bezahlt. Fernab vom Massentourismus waren
wir auf einem fast reinen französischen Campingplatz
gelandet. In der platzeigenen Disco-Scheune wurde noch
bis tief in die Nacht wild gefeiert, was wir uns natürlich
nicht entgehen ließen. Merde alors!
Hier
konnten wir nicht ewig bleiben. Bei mittelmäßigem
Wetter und ausgiebigen Besichtigungen von le Treport,
Etratat, Fecamps und Dieppe fuhren wir nach zwei Übernachtungen
weiter. Um 13:40 Uhr überquerten wir die phänomenale
Pont de Normandie. Beim Anstieg auf den Scheitelpunkt
der Brücke schwoll in unserer ID ein orkanartiger Lärm
an. Hinten zerrte der Wohnwagen, die Straße wurde immer
steiler, das Radio wurde bis zum Anschlag aufgedreht,
der Motor schrie um sein Gnadenbrot und gigantische
LKW`s schoben uns von hinten an. Wird sie es schaffen? Hält
sie durch?
Uff!
Schweißgebadet aber erleichtert glitten wir majestätisch
auf der anderen Seite die Brücke herunter. Welch eine
Wohltat für die Ohren...und den Motor!
Kurz
danach erreichten wir Blonville sur mer, wo wir zunächst
dem von unserem Gespann begeisterten Campinglatzwart auf
französisch erklären mussten, dass es sich um eine ID
19 und nicht um eine DS 21 handelt. Als er merkte, dass
er sich geirrt hatte, war es schwer, noch ein Plätzchen
für die Nacht zu ergattern. Anschließend erholten wir
uns bei einer kilometerlangen Strandwanderung von den
Strapazen, bis die Socken qualmten.
Von
diesem neuen Campingplatz aus besichtigten wir am nächsten
Tag die mondänen Seebäder Deauville, Trouville und
Honfleur. Aber auch hier hielt es uns nicht lange. Genug
von der Normandie. Die Bretagne wartete auf uns und wir
folgten ihrem Lockruf.
Auf
halbem Weg legten wir eine Rast in Betteville ein, wo
neben einem Schloß ein wunderschönes Automobilmuseum
liegt (Museé Belle Epoche, 14130 Pont-L´Éveque,
Chateau de Betteville, Tel.: 0231-650502). Unsere
Mittagspause verbrachten wir mit der Besichtigung und
heimlichen Videoaufnahmen der Exponate. Es waren auch
viele schöne Citroens ausgestellt!
Am
Nachmittag erreichten wir dann die Bretagne. In dem
kleinen Ort St. Benoit des Ondes fanden wir einen
schnuckeligen, ruhigen Campingplatz. Der Besitzer fuhr
einen BX und einen mit einer DS-Lederausstattung und Käferrückleuchten
leicht modifizierten Traction 11 CV. Sehr sympathische
Leute!
Als
erstes besichtigten wir St.Malo, wo es einen
Mords-Tiedenhub gibt. Da ist das Wasser plötzlich
einfach weg. Schon phänomenal!
Am
nächsten Tag kamen unsere Fahrräder erstmalig zum
Einsatz. Wir fanden ein tolles Schloß-Hotel in der Nähe,
wo wir später noch mit der ID Filmaufnahmen machen
sollten.
Aber
für den Abend hatte wir uns etwas besonderes
aufgehoben. Eine Besichtigung von Mont St. Michel bei
Nacht ist einfach grandios. Erstens sind dann nicht mehr
so viele Touristen vor Ort und zweitens kann man einen
Rundgang durch die Klosterabtei machen, die gespenstisch
und sehr eindrucksvoll illumiert wird. Ein SM auf dem
Parkplatz ließ unsere Herzen auch noch schneller
schlagen, so daß wir -dann schon spät in der Nacht-
unsere wohlverdiente Ruhe im Fathi genießen konnten.
Verpassen
Sie nicht den zweiten Teil:
Merlins
Zauberwald, Filmaufnahmen in Dinan, die Menhire von
Carnac, platzende Reifen im Dornengebüsch, unser erster
Krebs, uvm.
D-Day
Frankreich
pur-
Olli
und Mättes on Tour (Teil 2)
„Benzin“
Es
versprach ein wunderschöner Tag zu werden. Die Sonne
nagelte auf`s Dach und Oliver versuchte sich über die
gesamte Länge des Wohnwagens zu recken. Was für eine
Nacht in Mont St. Michel. Noch benommen von den
Strapazen taumelten wir ins Freie. Genaugenomen stürzte
Oliver mehr ins Freie, da ihm leichte Kreislaufprobleme
zu schaffen machten – nach 7 DS-Club-Tassen schwarzen
Kaffees und einem Pinnchen Kreislauftropfen ging es aber
schon wieder.
Nach einem echten
Feinschmeckerfrühstück (Nutella und Plastikkäse)
waren wir auch schon nach Rennes unterwegs.
Zwischendurch statteten wir dem angeblich schönstem und
größten Menhir (keltisch: aufrecht (einzeln) stehender
Stein), dem „Dol de Bretagne“ einen Besuch ab.
Selbst Obelix hätte bei dem Prachtexemplar seine liebe
Mühe gehabt.
Rennes
selber war nur bedingt sehenswert, aber die diversen
Hochzeiten, die teilweise parallel auf dem Marktplatz
stattfanden, lohnten die Anfahrt. Vor allem, weil ein
Brautpaar standesgemäß einen wunderschönen C 6
für das eheliche Glück bestieg. Aber auch der
unmäßige Gebrauch unzähliger Autohupen machten diese
Szene unvergessen (alles auf Video festgehalten).
Nach so viel
Aufregung wollten wir unsere Ruhe und fuhren weiter in
den magischen Foret de Pampoint. Dort soll sich alles
rund um die Artus-Sage
befinden, so u. a. Merlins Grab. Also machten wir uns in
dem mystischen Zauberwald auf die Suche, denn wieso
sollten wir es in ein paar Stunden nicht schaffen, das
Geheimnis zu lüften, wenn andere Jahrhunderte dafür
brauchten. Weniger Erfolg konnten wir auch nicht haben.
Wir fanden immerhin eine magische Wunschquelle. Dort mußte
man konzentriert in das Wasser sehen und nach einiger
Zeit fing es dann an zu blubbern. Die Blasen waren aber
das Einzige, was man sich wünschen konnte und die
zerplatzten sofort. Ich versuchte mich ganz stark auf
ein paar neue Kotflügel zu konzentrieren, aber die
Quelle wollte nicht. Noch nicht mal ein Liter LHM war
drin. Vielleicht mußte man ja einen keltischen
Zauberspruch beherrschen?! Wir zogen wieder von Dannen.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher in
Dinan. Dort gerieten wir mitten in Filmaufnahmen zu
Rocky XXIII. Ein älterer französischer Schauspieler mußte
so an die fünf Mal eine der malerischen Gassen
hinaufrennen und dabei wie Sylvester Stallone
Schattenboxen. Als die Szene im Kasten war, suchten wir
uns ein nettes Lokal und ließen den Abend bei einem
Glas Rotwein ausklingen. Es war wirklich ein
wundervoller Tag gewesen. Wenn wir geahnt hätten, was
uns die nächsten Tage erwarten würde...
Zwei
Tage später verlegten wir unser Gespann nach Carnac.
Diese Ecke wimmelt nur so von steinzeitlichen Menhiren,
Dolmen, Steinreihen, Gräbern, usw., deren Bedeutung bis
heute ungeklärt ist.
Das Wetter war unglaublich und wir schnappten
unsere Räder und machten uns auf den Weg einige der
interessantesten Steinsetzungen abzuradeln. Nach wenigen
Kilometern machte sich bei Olivers altersschwachem
Drahtesel eine faustgroße Blase am Reifen bemerkbar.
„Gar nicht drum kümmern. Ich bin schließlich im
Urlaub“. Dann, auf einer leicht abschüssigen Straße:
„PENG“! Fast hätte es ihn vom Rad gerissen. Der
Schlauch hatte sich lautstark verabschiedet und der
Ausflug war für Oliver erst mal zu Ende. Während
Richard (der vor zwei Tagen zu uns gestoßen war) seinen
BX holte um das Rad einzuladen, machte ich mich auf den
Weg um einen besonders großen Menhir zu finden. Laut
Karte sollte er irgendwo in einem Waldstück stehen.
Doch der Weg dorthin war touristisch nicht aufbereitet
und so mußte ich erst mein Rad durch Dornengebüsch
fahren, später schieben, dann tragen. Schließlich
steckte ich mit T-Shirt, kurzer Hose und Adiletten
mitten im Wald und es gab es kein Vorwärts mehr. Ich mußte
es zurück tragen, schieben, stoßen und kratzte mir die
nackten Beine blutig . Den Menhir fand ich nicht, zum Glück
aber den Ausgang aus dem Wald. Auch meine Reifen hatten
etwas abbekommen, aber das sollte sich erst später
bemerkbar machen.
Von
Radausflügen erst mal die Schnauze voll, fuhren wir am
nächsten Tag zum westlichsten Punkt Frankreichs, dem
Pont du Raz. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse
bestellten wir uns versehentlich einen Krebs, der fast
so groß wie ein Luftfilter war, aber vom Inhalt her
nicht mal eine Verteilerkappe füllte. War aber sehr
lecker und es sollte auch nicht unser letzter Krebs (zum
Essen) sein.
Am nächsten
Morgen blieb uns fast das Croissant im Hals stecken. Auf
der Campingtasche schräg gegenüber kletterten 3 Männer
und 1 Frau aus einem winzigen 2 Mann Zelt. Oh la la, muß
das eine Nacht gewesen sein. Für uns war es die letzte
hier, jetzt ging es weiter Richtung Bordeaux, Ziel erst
einmal Carcasson. Richard fuhr im BX vor, um unsere
Marion vom Flughafen Bordeaux abzuholen. Wir wollten uns
dann alle in Carcasson treffen.
Gutgelaunt
machten wir uns, die platten Fahrräder im Wohnwagen,
auf den Weg. Ausgerechnet nach insgesamt 2222 gefahrenen
Kilometern passierte es. Oliver schlief noch friedlich,
ich fuhr. „Hör mal Oliver“ und stieß ihn an “die
Tanknadel ist schon fast ganz runter, sollen wir mal
Sprit nachfassen“? Schlaftrunken grunzte Oliver „Ja,
am besten sofort, wie lange ist sie schon unten?“
„Ich glaub schon ziemlich lange, ich hab nicht drauf
geachtet“ sagte ich und fuhr gerade an einer Ausfahrt
vorbei, „die nächste also raus“. Kaum gesagt
quittierte das unsere Göttin mit ein paar Rucklern.
„Hoppla, da wird doch wohl noch was drin sein“
sprach ich mir selbst Mut zu. Dann war auch direkt
wieder Ruhe. Die Autobahn sollte nach etwa 10 km enden.
Bis dahin war auch keine Ausfahrt mehr zu erwarten. Die
nächsten 9 km ging alles glatt. Der Motor rasselte wie
ein Uhrwerk, der Wohnwagen schaukelte und Sting schrie
sich die Kehle aus dem Hals – also alles ganz normal
– wie immer.
WUPP, WUPP!!! Plötzlich
bockte der Motor kurz auf. „Oh oh, das wird knapp“.
Oliver rannen einige Schweißperlen herunter. Da kam
auch schon das Ende der Autobahn in Sicht. In einem
leicht nach links ansteigenden Berg endete die Autobahn
in einem Kreisverkehr. „Von dort ist es zu einer
Tankstelle bestimmt nicht weit“ wollte ich ihn
beruhigen. WUPP, WUPP, WUPP. Der Motor bockte schon
wieder. „Scheiße, der wird doch wohl nicht...“
Oliver
versuchte mich zu beruhigen: „Keine Sorge, vielleicht
ist es nur der Verteiler – die Kontakte waren beim
Einbau schon so fummelig“.
WUPP,
WUPP, WUPP, WUPP. Es wurde immer schlimmer. Wir
erreichten den Anstieg, das Ruckeln verstärkte sich.
WUPP, WUPP, WUPP. Der Wagen wurde immer langsamer. Ein
riesiger LKW hing bis auf 50 cm hinter dem Wohnanhänger!
WUPP, WUPP, WUPP. „Oh je, oh je“ jammerte Oliver,
„das geht nicht gut“! Verbissen versuchte ich es mit
runterschalten. Inzwischen krochen wir nur noch mit etwa
40 km/h den Berg hoch. WUPP, WUPP! 30 km/h! Der LKW röhrte
sich die Hupe raus. Die wutverzerrte Grimasse des
Fahrers nahm bereits den ganzen Rückspiegel ein. WUPP,
WUPP, WUPP, 20 km/h. „Was jetzt? Wohin“? Nur eine
Spur! Kein Randstreifen! Rechts und links Leitplanken!
Bergauf! LKW hinter uns! 15 km/h! WUPP, WUPP, WUPP. Noch
mal runterschalten!? Endlos zogen sich die Meter. WUPP,
WUPP, da ging der Motor aus!!! Mit dem letzten Schwung
zogen wir in eine Nothaltebucht, die wie aus dem Nichts
in letzter Sekunde auftauchte. Schweißgebadet zog ich
die Handbremse und sackte auf dem Fahrersitz zusammen.
Oliver stöhnte leise vor sich hin. Fast alles hatten
wir dabei, nur keinen Reservekanister. Zum Glück gab es
keine gegenseitigen Vorwürfe sondern konstruktives
Handeln. Oliver entschloß sich mit meinem noch halbwegs
fahrtüchtigen Rad Benzin zu holen während ich bei annähernd
40 Grad im Schatten (von dem es aber keinen gab) das
Gespann bewachen sollte.
Die letzten 600 m
Anstieg bis zum Kreisverkehr liefen für Oliver noch
recht glatt, aber als er oben ankam gingen dort 5 Straßen
ab, die alle in der Landschaft verschwanden. Keine
Kilometerangabe, kein Ort in Sicht und ein Gespann mit
Spritmangel auf der Autobahn. Wohin also? Und das auch
noch schnell...
Lesen Sie im
letzten Teil:
Oliver schluckt
Staub, 8 Liter für die Ewigkeit, St. Tropez in 5
Minuten, Mückentänze, Betonbaden.
Frankreich
pur –
Olli
und Mättes auf Tour (Teil 3)
Nachdem
ich
die 2 km lange Autobahnabfahrt hinter mich gebracht
hatte, lag, wie so oft in Frankreich, ein Kreisverkehr
vor mir. Viele Richtungen – einige Schilder mit
Ortsnamen – keine Ahnung wohin.
Es
war kein Ort in Sicht – keine Tankstelle und ein „Hypermarche“
leider auch nicht. Ich fuhr 90° rechts ab – wo die
meisten Fahrzeuge abbogen; es erwies sich als richtig.
Gerade
auf die Landstraße aufgebogen begegnete mir eine
Polizeistreife die Richtung Autobahn fuhr. Mit schoß
durch den Kopf was ich beim ADAC gelesen hatte:
„Frankreich“, „Liegenbleiben auf der Autobahn ohne
Sprit“, „1000,- DM Strafe“. Doch wie ich später
von Matthias erfuhr fuhren sie an unserem Gespann
vorbei.
Jetzt
hatte ich ausreichend Muße mich mit der Technik von
Matthias 21-Gang-Sport-Touren-Rad vertraut zu machen.
– Ich, der bisher nur ein 3-Gang Holland-Rad bedienen
mußte. Für die Eingewöhnung war dieser Zubringer
gerade richtig: Er hatte nur einen grob geschotterten
Randstreifen (Körnung mindestens 20mm) auf 20 cm
Breite, übersät mit Löchern. Die LKW donnerten an mir
vorbei, der dichte Staub hüllte mich ein und
verhinderte die Sicht auf den Randstreifen und die
21-Gang-Schaltung.
Ständig
versuchte ich den richtigen Gang zu finden. Da der
Sattel viel zu hoch eingestellt war, durfte ich auch
keinen Fall anhalten müssen – aber der Ort war nur
noch ca. 5 km entfernt und das Wetter versüßte alle
Strapazen. Es waren 35° im Schatten – doch der war
nicht da!
Endlich
der Ortseingang – wieder ein Kreisverkehr. Ich bog
rechts ab, fuhr durch eine Seitenstraße – nichts –
kein Tankstelle – nichts! Also zurück zum
Kreisverkehr, diesmal geradeaus.
Ah, endlich ein Hypermarche Schild! Zum Glück
mit Tankstelle. Dort angehalten galt es das Fahrrad
abzuschließen – doch wie ? womit? Ein Schloß war dran, den Schlüssel aber hatte Matthias!
Einen Reservekanister hatten wir ebenfalls nicht. Den
mitzunehmen hatten wir uns gespart – wer wird den mit
Spritmangel liegen bleiben??
Beim
Tankwart rang ich mir ein „Regardez la byciclette sil
vous plait?“ ab. Er verstand offensichtlich und ich
konnte in den Supermarkt, um einen Kanister zu kaufen.
Dort gab es als kleinstes Volumen 10l-Kanister. Mir
schwante es: Wer die üblichen Fahrradgepäckträger mit
diesem klapprigen Drahtbügel kennt, kann sich
vorstellen was.
O.k.
– Sprit rein – ca. 8l – den Kanister auf Fahrrad
geklemmt und zurück. Auf die Schotterpiste eingebogen
konnte ich die Eigenschaften der Schwallwirkung des
Sprits sowie der unterschiedlichen Relativbewegung von
Kanister und Fahrrad voll auskosten. Die Schlaglöcher
taten ein übriges.
Beruhigend
war, daß ich nicht allein war: LKW und PKW hüllten
mich in Staub und Matthias rief ca. alle 2 Minuten an,
wo ich bliebe. Um die Anrufe anzunehmen mußte ich
jedesmal stoppen und von dem gefühlsmäßig 1,5 m hohen
Sattel abspringen. Damit es mir nicht zu langweilig
wurde, stellte ich bei voller Fahrt fest, daß irgendwo
meine Geldbörse mit allen Papieren verloren gegangen
war.
Gestoppt
– beim Bremsvorgang wäre beinah der Kanister
abgeschmiert und quer über die Fahrbahn geschleudert
– zurückgefahren. Zum Glück nur 200m – und das
Portemonaie wieder eingesteckt.
Wieder
in der Autobahnabfahrt bei Matthias angekommen empfing
mich ein Ort der Ruhe und Entspannung. Matthias hatte
zwischenzeitlich den Liegestuhl herausgeholt, die 12er
Sonnenmilch aufgebraucht und kühle Getränke genossen.
Er hatte eine sehr gesunde Hautfarbe und erkundigte
sich, ob alles o.k. sei....
Beim
Betanken geschah es dann: Statt in den Tank floß der
halbe Sprit vom Kanister auf die Straße – der Rüssel
war nicht richtig verschraubt. –Aber was soll´s :
Sprit gibt´s ja reichlich – und leicht erreichbar!
Nach
einer kleinen Ansaugphase erwachte die Göttin ruckelnd
zum Leben. Nichts wie runter von der Autobahn und hin
zur Tanke. Durch diese Aktion hatten wir reichlich Zeit
verloren und würden es nicht mehr bis Carcasson in
einem Rutsch schaffen. Wir fuhren noch ein paar Stunden
und kamen in einem Nest namens Breulliet auf einen
Campingplatz. Nach einigem Huddel auf der Suche nach
einem vernünftigen Strom-Adapter hätte man den Abend
gemütlich ausklingen lassen können. Wenn, ja wenn da
nicht einige (lat. Stechmücken) etwas Durst auf Blut
gehabt hätten. Oliver, mit seinem üblichen Blutdruck
von 80 zu 60 -für die Mücken also nicht wahrnehmbar-
saß auch recht locker am Tisch, aber ich war von einer
surrenden Wolke eingehüllt. Da aber Blutspenden nicht
zu meinem Hobby zählt, tanzte und schlug ich eine
Stunde lang vor dem Wohnwagen auf und ab, bis ich
entnervt in die Koje wankte. Auch hier musste ich mich
noch als Massenmörder betätigen, bevor endlich Ruhe
einkehrte.
Am
nächsten Tag trafen wir dann in Carcasson ein. Es
regnete. Das erste Mal regnete es so richt dolle, dass
wir inzwischen mit 4 Leuten (Marion, Richard, Oliver,
Matthias) im Wohnwagen den Rest des Nachmittages
verbrachten. Erst am Abend lies der Regen nach, so dass
Richard und ich uns entschlossen, die imposante
Burganlage von Carcasson zu besichtigen. Aufgrund des
vielen Rotweins hatte Richard schon schwer Schlagseite
und ich hoffte immer, ihn nicht aus dem Burggraben
zerren zu müssen, dem er einige Male gefährlich nahe
kam. Am nächsten Morgen lachte wieder die Sonne, als wäre
nichts gewesen. Relativ fit und munter brachen wir jetzt
Richtung Neoles in der Provence auf. Um 16:30 Uhr trafen
wir dort ein. Unser gemietetes Häuschen lag an einem
Berghang und die Straße dorthin war nicht viel breiter
als unser Gespann. Millimetergenaues rangieren und viel
Schweiß kosteten uns die letzten Meter, aber dann war
es geschafft. Ein munteres Bad im Pool (18 Grad kalt)
brachte uns wieder auf Touren. Danach lernten wir die
nette Vermieterin des Hauses kennen. Sie sagte uns, mit
den letzten Deutschen hätte sie arge Probleme gehabt.
Die hätte so viel kaputt gemacht. Daraufhin reparierten
wir ihr erst einmal ihren R 4, der keinen Mucks mehr von
sich gab. Glücklich ratterte sie von Dannen und wir
hatte für eine Woche Ruhe vor neugierigen Blicken.
Am
nächsten Tag verfluchten wir den Reiseführer. Auf dem
Foto war ein wunderschöner Strand abgebildet. Nur wie
man dorthin gelangte, stand nicht dabei. Also war Suchen
angesagt. Inzwischen zu sechst und mit zwei DSen (Frank
Jesse mit Freund Tommy war eingetroffen) suchten wir
stundenlang die Küste nach diesem Fleckchen ab. Doch
vergeblich. In den letzten Sonnenminuten fanden wir noch
einen anderen Strand, wo wir uns sagenhafte 45 Minuten
lang hinlegten und danach die Weiterfahrt antraten. Das
einzig Schöne an dieser Aktion war, dass wir tolle
Videoaufnahmen von fahrenden Deessen in der wunderschönen
Landschaft der Provence machen konnten. Zur
„Belohnung“ sahen wir uns am Abend noch St. Tropez
an. Aufgrund von falschem Lesen des Schildes am
Hafenparkplatz dachten Frank und Tommy, dass das Parken
unglaubliche Summen kosten würde. So fuhren sie nach 5
Minuten wieder weg. Diese hohe Summe galt aber nur für
Busse. Für PKW war es noch erträglich. So eine
Blitzbesichtgung hatten wir auch noch nicht erlebt, aber
Hauptsache, mal dagewesen. Auch in St. Tropez überfielen
mich die Mücken schon beim Aussteigen aus dem Auto.
Woran das wohl liegt? Wir beobachteten noch lange das
Treiben am Hafen und das Einparken von wirklich großen
Yachten. Was da für Millionenwerte rumschwimmen!
Wahnsinn!
Am
Tag darauf brachen wir zu einer Besichtigung des
grandiosen Canyon du Verdon auf, des größten Canyon
Europas und des zweitgrößten der Welt. Wir umrundeten
ihn einmal in einigen Etappen, was den ganzen Tag
dauerte. Dieses Fleckchen ist sehr sehenswert und sehr
beeindruckend! Frank und Tommy verabschiedeten sich tags
darauf und Marion und Michael aus Berlin stießen mit
ihrer DS zu uns. Immerhin sollte „unser“ Häuschen
gut gefüllt sein.
Neuer
Tag, neues Glück. Noch einmal versuchten wir, den im
Reiseführer abgebildeten Traumstrand zu finden. Natürlich
fanden wir ihn auch diesmal nicht. Doch es kam
schlimmer. Wir fanden gar keinen Strand (im eigentlichen
Sinne), sondern landeten auf einer Betonplatte, wo man
richtig kuschelig auf seinem dünnen Handtuch lag.
Dieser Küstenabschnitt war wohl für Strandurlaub nicht
so geeignet.
Die
restlichen drei Tage verbrachten wir faul am Pool, mit
spazieren gehen in der Provence und noch einem Besuch in
St. Tropez.
Am
11.09. um
10:30 Uhr brachen wir nach Hause auf. Nachdem unsere DS
bei unglaublich heißem Wetter kurz vor dem Überkochen
stand und die Pässe kurz hinter der Küste überstanden
hatte lief alles Problemlos. Um 01:05 Uhr, nach also
14,5 Stunden Fahrt trafen wir müde aber glücklich in
Niederkassel ein.
Nach
anstrengenden, aber wunderschönen 5391 km ohne Pannen
(außer einmal Spritmangel) muss ich sagen, dass das
einer der schönsten und erlebnisreichsten Urlaube war,
die wir hatten. Aber es werden sicher noch weitere
folgen. Wir werden berichten...
Und hier kommt schon der nächste:
Reif
für die Insel
R
u
UK
2day?
Text:
Matthias Muckel, Fotos: Oliver König
Eine
kleine Notiz in der HP 2/2001 in der Rubrik
„Termine“ ließ Oliver und mich
aufhorchen: 20. - 22. Juli 2001, 10. DS-Treffen in England, Stetchworth bei
Newmarket im Ellesmere Centre. Nach anfänglichem Zögern
und einigen Vorurteilen (schlechtes Wetter, schlechtes
Essen, Hooligans, alle fahren auf der verkehrten Seite)
reifte der Entschluß doch ganz langsam in unseren
Hirnen. Warum nicht mal nach England? Warum nicht mal
mit der D auf die Insel? Gedacht, gesagt, getan. Nach
den ersten Informationen per E-Mail mit Paul Burridge
(dem Organisator und „honest secretary“ der
D-Section in GB) in meinem grottenschlechten Englisch
schaltete sich unsere Marion mit in die Planungen ein.
Ein paar Stunden im Internet und ein paar Telefonate später
und die Reise war geplant.
Jetzt
waren wir schon zu viert. Marion, ihr Sohn Erik, Oliver
und ich. Olivers Frankreich erprobte (siehe Bericht: „D-Day“)
ID 19 B von 1970 mußte mal wieder als unsere „favourite
travel DS“ herhalten. Bis unters Dach vollgepackt
starteten wir in den frühen Morgenstunden des 19. Juli
2001 Richtung Hook van Holland, um von dort eine
Katamaranhighspeedfähre nach Harwich zu nehmen. Nach
einer ruhigen Überfahrt fuhren wir jetzt ganz schön
links auf der Insel unserem ersten Etappenziel entgegen.
In
Ipswich angekommen machte unsere ID ein erstes Mal
Bekanntschaft mit zwei ineinander verschachtelten
Kreisverkehren, die natürlich auch links herum zu
durchfahren waren, einer anderen Vorfahrtsregelung und
Berufsverkehr genervten britischen Autofahrern. Aber
alles ging gut, nur der Schweiß und reichlich LHM
(durch Lenkung und Bremse) floss in Strömen. Als wir
bei unserem Bed & Breakfast Hotel ankamen, fing es
an zu regnen. Auf der Straße wurden wir aus einem
vorbeifahrendem Auto von Hooligans beleidigend angebrüllt
und daraufhin aßen wir sicherheitshalber bei McDonalds
zu Abend (soviel zu den Vorurteilen).
Am
nächsten Morgen, die Sonne schien, nach einem leckeren
Frühstück bei wirklich netten Gastgebern, machten wir
uns auf den Weg zum Treffenplatz. Ein kleiner Abstecher
mit Einkäufen in Newmarket (bei Cambridge) war dringend
notwendig, denn wir waren ohne Proviant unterwegs und
schließlich wollten wir campen. Dann hieß es
Stetchworth zu finden. Das ist wirklich ein
unglaublich kleines Nest und besteht fast nur aus einer
Hauptstraße, an der auch das Ellesmere Center liegt.
Als wir dort ankamen, war noch nicht allzuviel los. Etwa
fünf DS waren auf dem Gelände großzügig verteilt.
Dieses bestand aus einem sehr großen Rasenfußballplatz
mit Vereinsheim, welches den DS-Fans ganz zur Verfügung
stand. Da am Freitag noch kein offizieller Programmpunkt
war, konnten wir ganz in Ruhe unser Zelt aufbauen und
erste Bekanntschaften schließen. Als erstes begrüßte
uns Paul Burridge und hieß uns herzlich willkommen.
„Do you enjoy yourself?“ war eine der häufigst
gestellten Fragen an uns. Wirklich eine prima
Gastfreundschaft! Kurze
Zeit später traf auch ein alter Bekannter ein: David
Conway, ehemaliger Amical Präsident, der uns schon auf
der Citroenstraße zur Techno Classica besuchte. Danach
spielten wir erst einmal richtig harten deutschen Fußball,
wobei ich im Tor stand und Oliver zusammen mit Erik
gegen zwei 11jährige englische Jungens spielte. Nach 5
Minuten war Oliver konditionell total fertig und musste,
zudem am Finger blutend, aufgeben.
Den
Abend ließen wir locker im Vereinsheim ausklingen und
verbesserten unsere Englischkenntnisse in harten
fachlichen Gesprächen über die Göttin, Citroen im
allgemeinen und Gott und die Welt.
Der
Samstag begann mit einem leckeren englischem Frühstück,
(ham & eggs, saussages, baked beans, toast and
coffee or tea) für den deutschen Magen etwas ungewohnt,
aber doch durchaus lecker. Nach und nach trafen weitere
Teilnehmer ein und gegen Mittag machte sich ein Convoy
zu einem „lokal pub“ zum Mittagessen auf. Anschließend
wurde ein englisches „vineyard“ inklusive Weinprobe
besichtigt. Marion, als Kennerin exzellenter trockener
Weißweine bekannt, bestätigte uns später, dass diese
fast ungenießbar waren. Keiner der Teilnehmer kaufte
auch nur eine Flasche Wein. Nur zwei Flaschen Apfelsaft
(davon eine mit Holunderverschnitt) fanden den Weg in
unser Gepäck. Am Abend gab es dann Barbecue, wo jeder
sein eigenes Essen mitbringen mußte. Nur der Grill
wurde gestellt. Im Grunde gar nicht so schlecht, wenn
ich an die 46.- DM Buffetpreis von St. Martin denken muß.
Abends gab es dann Musik von einer Band (nein, kein
Country!) und wieder gute Konversation bis spät in die
Nacht.
Der
Sonntag, bei uns nur als Abreisetag bekannt, lief in
England ganz anders ab. Denn da kamen erst die ganzen
Tagesbesucher. So wurden bis Mittag von uns knapp 50 DS,
zwei SM, 10 CX, sowie diverse Ami, GS, BX, XM gezählt.
Am Nachmittag gab es dann zwei Preisverleihungen, die
sogenannte „Merit Challenge“, einmal für die am
meisten gewartete DS und einmal für die beste DS, sowie
eine Tombola mit vielen lustigen Preisen (u. a. ein Glas
mit Schokoladenschnecken). Durch die Preisverleihung und
Tombola führte Nigel Wild („ I have to make an
announcment...“), der Vize-Präsident der D-Section in
England. Alle Programmpunkte des Treffen wurden übrigens
kurz und knackig per Megafon verkündet. Erst am Abend
brachen dann die meisten auf und Oliver und ich blieben
mit einigen anderen noch die Nacht zum Montag. Marion
und Erik hatte wir inzwischen zum Bahnhof vom Cambridge
gebracht, von wo sie zu Bekannten nach Birmingham
fuhren.
Am
Montag machten wir uns dann Richtung Cornwall auf, um
noch etwas von der Insel zu sehen. Stonehenge & Co.
warteten nur auf uns. (Aber das ist eine andere
Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt
werden.(geklaut von Michael Ende, „Die unendliche
Geschichte“)
An
dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich
bei Paul Burridge, Nigel Wild und David Conway bedanken,
die dieses Treffen zu einem unvergesslichen Erlebnis
werden ließen!!! Erwähnenswert ist auch , dass alle Leute , auch später
auf dem Campingplatz in Corwall, wirklich sehr nett
waren, ohne dass sie oberflächlich wirkten.
Und
was die Vorurteile anbelangt: Wir hatten während der
ganzen Woche (außer am ersten Tag) super Sonnenwetter,
haben immer lecker gegessen, trafen auf keine Hooligans
mehr und können inzwischen prima links fahren. Unsere
ID übrigens auch.
Bald mehr...und dann
auch mit Fotos!!!
(Stand:
05.11.2006)
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